„Wo der Wald ins Wohnzimmer purzelt - “ Grüne bezeichnen weitere Bebauung im Erlhagen als fahrlässig

Weitgehend unbeachtet soll der Rat am Donnerstag den Beschluss fassen, das Baugebiet Erlhagen bis an den Waldrand zu erweitern. Die Aufhebung des Waldabstandserlasses durch die schwarz-gelbe Landesregierung macht diese Planung möglich.

„Dieses Vorhaben ist unerreicht fahrlässig“, so Fraktionssprecher Rüdiger Ludwig. „Naturnahes Wohnen darf doch nicht heißen, dass beim nächsten Sturm die Baumstämme direkt im Wohnzimmer landen. Der ehemals vorgeschriebene Waldabstand diente ja nicht nur dem Landschaftsschutz, sondern auch der Sicherheit. Angesichts der jüngsten Orkanschäden durch ‚Kyrill’ ist die Entscheidung der Landesregierung, den Waldabstandserlass aufzuheben, nicht nachvollziehbar, aber die Stadt Hagen springt in altbekannter Bauwut direkt auf diesen Zug auf.

Das belegt nicht nur die ideologische Betriebsblindheit von CDU und FDP, sondern auch ihre wirtschaftliche Kurzsichtigkeit: Denn wenn die frischgebackenen Häuslebauer zum ersten Mal das Holz nicht vor, sondern in der Hütten aufsammeln müssen, können sie sich fröhlich mit Schadenersatzforderungen an die Stadt wenden. Die kommt nämlich aus ihrer Verkehrssicherungspflicht nicht heraus! Und das macht diesen Beschluss auch noch finanziell fahrlässig, denn alle wissen vorher, dass das so ist.

Vermutlich liegt das aber im planerischen Kalkül: Wenn die Stadt zum ersten Mal blechen musste, kann sie nicht anders, als aus Sicherheitsgründen den nächsten Streifen zu roden. Und dort kann dann ein paar Jahre später wieder ein Baugebiet entstehen, wo dann das gleiche passiert und so weiter. Auf diesem Umweg wird städtischer Wald zur Baulandreserve. Danke, liebe Landesregierung!“

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