Hildegund Kingreen zur Debatte um Schulschließungen
In der Diskussion um geplante Schulschließungen ist mittlerweile völlige Verwirrung eingekehrt: Während die eine Hagener Lokalzeitung meldet, Post von der Bezirksregierung habe zu einer teilweisen Abkehr von Schließungsplänen, zum Beispiel der Grundschule Boloh, geführt, wird dies in der anderen Lokalzeitung postwendend dementiert. Es gebe keinen Brief, wird da der Chef der Kommunalaufsicht zitiert, und die Bolohschule sei auch weiterhin auf der Streichliste. Das Schulverwaltungsamt, das verpflichtet wäre, nun endlich für Aufklärung zu sorgen, hüllt sich in Schweigen. Leidtragende dieser empörenden Behandlung sind die Grundschuleltern, die schon seit Beginn der Diskussion das Gefühl haben, mit ungenügenden oder falschen Informationen versorgt zu werden.
Klar ist jedenfalls: Die Hauruck-Mentalität, mit der Frau Herms (SPD) und Frau Knollmann (CDU) unisono verkünden, man müsse nun endlich entscheiden, ist gescheitert. Denn für eine verantwortliche Entscheidung fehlt zurzeit die Grundlage:
Bisher fehlen jegliche Erhebungen darüber, welche außerschulischen Funktionen die einzelnen Schulen für die Stadtquartiere haben, in denen sie liegen; - eine Aufstellung hierüber hat die Grüne Fraktion in Ausschüssen und Bezirksvertretungen beantragt, aber bisher wurden diese Informationen nicht geliefert.
Darüber hinaus wird deutlich, dass die Folgen der Landesgesetzgebung zum Ausbau des Ganztagsbereiches an allen Schulformen weder von der Verwaltung noch von der Mehrzahl der Hagener Schulpolitiker zur Kenntnis genommen wurden, bevor über Reduzierung von Schulstandorten entschieden wird. Dass die Landespläne wesentliche Auswirkungen auf das städtische Raumprogramm haben, wurde von der Grünen Vertreterin im Schulausschuss mehrfach betont, ohne dass es eine Mehrheit interessiert hätte.
Aber diese Gedanken- und Interesselosigkeit rächt sich nun: Es ist aktuell fraglich, ob auf dieser dürren Datenlage die weitreichenden Hagener Schließungspläne realistisch sind. Und es wird in einem Jahr an der Wahlurne fraglich sein, ob die Hagener Eltern noch Vertrauen in eine Politik haben, die beim sensiblen Thema Schulschließungen ahnungslos, aber mit der Brechstange bewehrt Entscheidungen herbeizwingen will.









