Grüne Hagen fordern den Erhalt unabhängiger Schwangerschaftskonfliktberatung

Geht es nach dem „Sparpaket“, dann wird es in Hagen zukünftig nur noch kirchliche Schwangerschaftskonfliktberatung geben. Der Zuschuss für die einzige unabhängige Beratungsstelle soll gestrichen werden. Ein Skandal, finden die Hagener Grünen.

Bisher gibt es vier Beratungsstellen zur gesetzlich vorgeschriebenen Schwangerschaftskonfliktberatung in Hagen: Träger sind die die Evangelische Familienberatung in Westfalen, der Sozialdienst katholischer Frauen, der Verein donum vitae und die AWO. Der städtische Zuschuss für die AWO-Beratungsstelle in Höhe von 23256 € soll nach dem Willen von Oberbürgermeister und Kämmerer komplett gestrichen werden, die evangelische Beratungsstelle muss auf 3074 € verzichten. „Damit wird der gesetzliche Auftrag, ein differenziertes Angebot an Beratungsstellen vorzuhalten, in Hagen nicht mehr erfüllt“, kritisiert Grünen Sprecherin Nicole Pfefferer. „Das Gesetz schreibt ausdrücklich vor, den ratsuchenden Frauen die Möglichkeit zu bieten, zwischen Beratungsstellen unterschiedlicher weltanschaulicher Ausrichtung wählen zu können. Frauen in Hagen können sich in Zukunft aber nur noch in christlichem Sinne beraten lassen. Das ist nicht nur ein großes Problem für Frauen, die aus einer persönlichen Notlage heraus über eine Abtreibung entscheiden müssen, sondern auch eine weitere Hürde für Konfessionslose und Musliminnen“

Die Stadt verweist darauf, dass die Bereitstellung entsprechender Beratungsstellen Aufgabe des Landes sei und sie somit nicht verpflichtet sei, den Zuschuss zu zahlen. Dazu Nicole Pfefferer: „Für uns stehen an erster Stelle die Frauen, die in einer Notsituation Beratung und Hilfe brauchen. Das Kompetenzgerangel zwischen Stadt und Land darf nicht zu ihren Lasten ausgetragen werden.“

Unklar ist derzeit noch, ob die Kürzung der Stadt weitere Mittelverluste für die Schwangerschaftskonfliktberatung in Hagen nach sich zieht: Die Fördermittel aus der Stiftung Mutter und Kind kommen mit Wegfall der AWO-Beratung voraussichtlich in die bundesweite Verteilung.

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